Einen Eindruck der aktuellen Hochwassersituation und der entstandenen Schäden verschaffte sich Bürgermeisterkandidat Jens Klingler. Gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht, Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass und dem Vorsitzenden der Jusos Ried Marius Schmidt ließ sich Klingler von den betroffenen Landwirten aus erster Hand die Lage am Rande der Lampertheimer Nato-Straße erläutern. „Die Schäden sind immens: Einige Betriebe haben hier in der Nähe des Neurheins bis zu 40% ihrer gesamten Ackerflächen. Kulturen wie Zwiebeln, Zuckerrohr oder Weizen sind ruiniert und werfen keinen Ertrag mehr ab. Selbst das Gras auf den Wiesen ist durch die Flut so verdreckt, dass es nicht einmal mehr Biogasanlagen abnehmen“, schilderte Ortsbauernverbandschef Gerd Knecht.
Lambrecht sprach sich dabei beide für Ausgleichszahlungen an betroffene Landwirte aus: „Hier entsteht einer Berufsgrupe unverschuldet massiver Schaden. In Bayern ist ein entsprechendes Hilfsprogramm aufgelegt, das Landwirten zumindest in Teilen den immensen Verdienstausfall ersetzt. Das Land Hessen ist gefordert, in Zukunft in ähnlicher Weise Vorsorge zu treffen und Existenzen zu schützen.“
Auch machten die Landwirte deutlich, dass durch verschiedenartige Interessen der zuständigen Behörden Behinderungen ihrer Arbeit vorlägen. Oftmals stünden sich, gerade in der Nähe des Naturschutzgebietes Lampertheimer Altrhein, praktische Überlegungen und naturschutzrechtliche Interesse im Weg. „Die zuständigen Ämter und die Betroffenen müssen an einen Tisch gebracht werden. Es kann nicht sein, dass sich angesichts solch drohender Gefahren ordnungsbehördliche, landwirtschaftliche und naturschutzrechtliche Interessen gegenseitig behindern. Es darf bei einem Deich am Rande eines Naturschutzgebietes keinen Streit darüber geben, ob Schafe dort nun beweiden und den Grund festtreten dürfen oder nicht“, sieht Jens Klingler insbesondere in der zwischenbehördlichen Kommunikation und dem Abbau von Bürokratie Verbesserungspotential.
Ein Lob sprach Klingler abschließend den Einsatzkräften der Feuerwehr, des DLRG, des THW und den Mitarbeitern des städtischen technischen Betriebsdienste sowie den weiteren Helfern aus: „Ich war in meiner Funktion als Erster Stadtrat in dieser Woche mehrmals vor Ort. Die ehrenamtlichen Helfer haben unermüdlich dafür gearbeitet, Schlimmeres zu verhindern. Wir sind ihnen allen zu herzlichem Dank verpflichtet
