Jens Klingler diskutiert über Erneuerbare Energien
LAMPERTHEIM (red). „Die Energiewende kommunal gestalten“ ist ein Kernanliegen von Bürgermeisterkandidat Jens Klingler. Der Sozialdemokrat debattierte unter diesem Titel am vergangenen Freitag mit Erhard Renz (Vorstandsmitglied des Vereins Winderenergie Südhessen) und Daniel Bannasch, dem Geschäftsführer von MetropolSolar Rhein-Neckar über Möglichkeiten der regenerativen Energiegewinnung im Vereinsheim des Tennisclubs Rot-Weiß Lampertheim. Dabei machte Bannasch deutlich, dass die Energiewende und damit der Abschied von klimafeindlichen Kraftwerken wie Kohle oder Gas notwendig sei, „um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen“, welches vorschreibt, dass die weltweiten Temperaturen im Schnitt in den nächsten einhundert Jahren nur um zwei Grad steigen dürfen. Er verdeutlichte zudem, dass „bei jetzigem Ausbautempo der Erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind und Sonne neue konventionelle Kraftwerke nicht mehr rentabel sind. In Deutschland wird jetzt bereits mehr Strom produziert als verbraucht wird.“
Erhard Renz machte sich im Folgenden dafür stark, dass Gewinne aus Projekten aus dem Bereich der Erneuerbaren Energie vor Ort bleiben und diese als Wirtschaftsfaktor genutzt werden: „Unser Geld, das wir für Öl und weitere fossile Energieträger ausgeben, geht auf die andere Seite der Welt, wir können es, beispielsweise durch die Beteiligung an genossenschaftlich organisierten Solaranlagen schaffen, vor Ort Gewinne zu halten und auch Arbeitsplätze zu schaffen“, so der Betreiber des Internet-Blogs „Der Sonnenflüsterer“. Beide Gäste hatten jedoch nicht nur den Stromverbrauch im Blick. Sie betonten, dass der größte Energieaufwand in Deutschland betrieben werde, um zu heizen.
Jens Klingler, der selbst seine prinzipielle Befürwortung der Nutzung Erneuerbarer Energien betonte, war es derweil vorbehalten, die konkrete Umsetzung vor Ort zu erläutern. „In Lampertheim wollen wir in erster Linie an zwei Stellschrauben ansetzen: der Nutzung neuer Energieformen und der Energieeffizienz. Unser Ziel muss es sein, in jedem Jahr ein städtisches Gebäude energetisch zu sanieren, um Strom und Wärmeenergie zu sparen. Mit Förderprogrammen und konkreter Beratung durch einen hauptamtlichen Energieberater will ich als Bürgermeister auch in Zukunft bei Neubauten und bestehenden Gebäuden von Privatpersonen Maßnahmen zur Energieeffizienz fördern.“ Bei der Nutzung von Wind, Sonne und Wasser soll Energieried eine entscheidende Rolle spielen: „Wir müssen die Energiewende dezentral und ortsnah gestalten. Möglichst zahlreiche Blockheizkraftwerke oder Solaranlagen, aber auch Wasserkraft am Rhein sollen in Zukunft dabei helfen. In Lampertheim werden wir mit dem neuen Kraftwerk im Schwimmbad, das neben den Becken noch das Vereinsheim der DLRG beheizt und auch mit Solaranlagen auf städtischen Liegenschaften wie dem Stadthaus erste Projekte verwirklichen“, so der amtierende Erste Stadtrat.
Einig waren sich die drei Diskutanten abschließend dabei, dass die steigenden Strompreise nicht auf die Energiewende an sich zurückzuführen seien: „Die Gewinne der vier großen Stromkonzerne betragen circa 30 Milliarden Euro. Sie von der Energieumlage auszunehmen und damit die Kosten für den Ausbau von Netzen und Trassen der Allgemeinheit aufzubürden, ist eine unverständliche, teure Fehlsteuerung.“
